Der Schwarze Peter

Jedes Kind kennt den „Schwarzen Peter“ vom Kartenspiel. Wenig bekannt ist dagegen, dass
dahinter eine historische Person steht: Johann Peter Petri, geboren 1752 in Burgen, Grafschaft
Veldenz. In den turbulenten Zeiten der französischen Besatzung verlor er Hab und Gut, geriet
auf die schiefe Bahn und wurde zum Räuber und Mörder. Während seiner Gefängnisjahre ab 1811
soll der Schwarze Peter das gleichnamige Kartenspiel für sich und seine Mitgefangenen erfunden
haben. Wie viele Gesetzlose jener Zeit hat der „reale“ Schwarze Peter einen Doppelcharakter,
dessen böse Seite auch durch gesellschaftliche Ungerechtigkeiten gestärkt wurde. Insofern
verkörpert Johann Peter Petri die Höhen und Tiefen menschlicher Existenz wie der damaligen
Zeit insgesamt. Symbolhaft wird mit dem Schwarzen Peter die Wertschätzung historischer
Personen sowie die Wertigkeit von Ereignissen und Prozessen hinterfragt. Im Kartenspiel erfährt
der Schwarze Peter sogar eine Umkehrung der Werte: Obwohl man mit ihm das Spiel verliert,
ist er als Negativfigur ein Sympathieträger par excellence.